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In neuem Glanz, aber mit historischer Aura: Die erfolgreichen Ergebnisse der aufwendigen Restaurierungen, die durch die „Buchpatenschaften“ ermöglicht wurden.

Rund  4 500 historischen Kostbarkeiten bewahrt die reformationsgeschichtlichen Bibliothek des Melanchthonhauses.  Die Zeit ist an diesem einzigartigen Bestand nicht spurlos vorübergegangen. Zerbröselte Einbände, Pilzbefall, Insektenfraß, nicht wenige Drucke der Bibliothek präsentierten sich in einem katastrophalen Zustand und durch die entstandenen Schäden in ihrer Existenz gefährdet. .Dass nun schon manche Kostbarkeit wieder in einwandfreiem konservatorischem Zustand ab heutein der Ausstellung „Bücher gerettet“ im Melanchthonhaus zu bestaunen ist, ist der Aktion „Buchpatenschaften“ zu verdanken, zu der vor rund drei Jahren aufgerufen wurde.

Die dem Melanchthonverein zur Verfügung stehenden Mittel reichen nämlich für den notwendigen Umfang an Restaurierungen der Bände in ihrer angesehenen Bibliothek längst nicht aus. Deshalb wandte man sich an Bücherfreunde und bat um Unterstützung bei der Rettung der bedeutenden Schätze. Der öffentliche Aufruf stieß auf bürgerliches, bibliophiles Engagement. Bis heute haben rund 20 Bücher ihre Buchpaten gefunden, Spenden kamen hinzu.

Die Ausstellung bietet neben der Präsentation der restaurierten Bücher auch Einblicke in den aufwendigen Restaurierungsprozess. Eine photographische Dokumentation veranschaulicht die Eingriffe an einzelnen bereits bearbeiteten Büchern. An ausgewählten Beispielen werden die Schäden und einige Restaurierungstechniken vorgestellt. Durch die Kunstfertigkeit der Karlsruher Restauratorinnen Magdalena Liedtke und Petra Landsknecht wurde der größte Teil der Schäden behoben und dabei die Aura des historischen Druckes erhalten.

In der letzten Vitrine zeigt die Ausstellung weitere restaurierungsbedürftige Bücher, die auf Paten und Spender hoffen, denen der Erhalt des kulturellen und wissenschaftlichen Erbes ein Anliegen ist, auf Menschen, die das Gefühl haben, etwas zum Erhalt der wertvollen Bibliothek des Melanchthonhauses für kommende Generationen beitragen zu wollen. Die „Buchpatenschaften“ stellen ein langjähriges Projekt dar, das darauf zielt, noch viele Bücher zu retten.